Kinder Kinder, Menschenskinder … der Powernap des Todes

Oft ist das Auto ein Segen für Eltern, denn fast alle Babys oder Kleinkinder sind machtlos gegen eine ganz bestimmte Superpower des fahrenden KFZs: Es hat einschläfernde Fähigkeiten. Viele Eltern werden sich diese Eigenschaft schon zu nutze gemacht haben, wenn es mal schwierig war die Kleinen zum Schlafen zu bringen. Aber es gibt Situationen, in denen ein Schläfchen im Auto einen negativen Nebeneffekt für Eltern haben kann.

aus der Sicht von Papa

Eigentlich bin ich froh, dass meine Tochter gut im Auto schlafen kann. Auf diesen Umstand ist wenigstens Verlass und man kann einen Tagesauflug so takten, dass man während des kindlichen Mittagsschlafs zum Ort des Geschehens tuckert. Ein Elternteil fährt, das andere entspannt und das Kind schlummert und lädt die Akkus auf – perfekt!

Wenn wir von Oma und Opa oder Freunden gefragt werden, wann wir irgendwo sein können, wird im Nebensatz schon automatisch gefragt: „Vor oder nach dem Mittagsschlaf?“. Diese Frage hört sich erstmal trivial an, kann aber für den stressfreien Verlauf eines Tages essentiell entscheidend sein! Trifft man sich vor dem Schläfchen und will mittags noch nicht wieder zu Hause sein, muss man sich überlegen, wo das Kind schlafen kann. Manchmal ein schwieriges Thema. Trifft man sich allerdings nach dem Schläfchen hat man etwas mehr Zeit und muss nicht so hetzen. Entscheidet man sich für letztere Variante, sollte man schlau sein, und kurz vor der normalen Schläfchenzeit ins Auto steigen und losfahren, damit die kleinen Racker frisch und munter am Ziel ankommen.

Man könnte fast meinen, dass man bei der Geburt eines Kindes in eine andere Zeitzone geschoben wird. Ein Zeitzone nur für Eltern, in der andere Regeln als in der normalen, kinderlosen Welt herrschen: Wenig schlafen, nachts aufstehen und nicht schlafen, am Tag schlafen, Termine und so weiter. Ich musste erstmal lernen damit umzugehen. Aber wie bei fast allem, kann man sich damit arrangieren und findet seinen Weg. Trotzdem gibt es auch in einer gut laufenden Maschine ab und an mal ein Sandkörnchen, dass das Getriebe ins Stocken bringt. Eins dieser Sandkörnchen nenne ich gerne den Powernap des Todes.

Ein Powernap des Todes ist ein äußerst effektives Schläfchen, das Babys oder Kleinkinder meist kurz vor dem Zubettgehen im Auto machen. Es ist sehr kurz aber gerade lang genug, damit sich der kleine Körper anscheinend vollständig von den Strapazen des Tages erholen kann. Oft dauert es nur 5 bis 10 Minuten und die Eltern bekommen es meist gar nicht oder leider erst viel zu spät mit. Die Kinder sind danach in 90 % der Fälle so fit, dass man den hart erarbeiteten, geregelten Ablauf am Abend vergessen kann. Tschüss Couch, tschüss Fernseher, hallo nächtliche Kinderbespaßung!

So ein Powernap des Todes fühlt sich für Eltern am nächsten Tag dann meistens wie ein Kater an. Falls ihr nicht mehr wissen solltet, wie sich ein Kater anfühlt, weil ihr seit der Geburt eures Kindes nicht mehr unterwegs gewesen seit, fasse ich es nochmal kurz zusammen: es ist anstrengend aber da muss man durch! Mit gehangen, mit gefangen sozusagen.

Irgendwann drehe ich den Spieß einfach um. Spätestens wenn meine Tochter 17 ist, lange unterwegs war und am nächsten Tag bis zum Mittag im Bett liegt. Papa hat sich dann mindestens schon ein Powernap gegönnt, ist fit wie ein Turnschuh und will, dass jemand den Müll runterbringt. Vielleicht will ich dann aber auch nur ein bisschen Staubsaugen. Im Zimmer meiner Tochter.

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2 Comments

  • haha, Powernap des Todes – ich habe jetzt richtig lachen müssen, allerdings vergeht mir das Lachen an Tagen des Powernaps gründlich: 5 Minuten napping und Energie am Abend bis in die Puppen… ähhh bei meinen Kindern natürlich, nicht bei mir 😉 glg Uli

    • Hallo Uli. Ich wusste, dass ich nicht der Einzige bin, der den Powernap des Todes schon zu spüren bekommen hat. Ich bin also nicht alleine – das beruhigt mich etwas 🙂 Viele Grüße

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