Apfelmus wie von Oma selber machen

Der Sommer neigt sich so langsam dem Ende entgegen. Auch wenn die Tage wieder kürzer werden und die Sonne nicht mehr ganz so fleißig ist, hat diese Zeit auch seine Vorteile: Viele der heimischen Obstbäume wollen jetzt abgeerntet werden. Neben Pflaumen und Birnen sind jetzt beispielsweise auch die meisten Apfelsorten reif. Heute zeigen wir, wie man Apfelmus selber machen kann. Aber nicht irgendeinen, sondern Apfelmus wie von Oma!

„In einem kleinen Apfel, da sieht es lustig aus. Es sind darin fünf Stübchen grad wie in einem Haus. / In jedem Stübchen wohnen zwei Kernchen schwarz und klein, die liegen drin und träumen vom lieben Sonnenschein. / Sie träumen auch noch weiter, gar einen schönen Traum, wie sie einst werden hängen am schönen Weihnachtsbaum.“

Es ist wieder Apfelzeit! Die wohl deutscheste aller Früchte ist wieder pflückbereit und wartet nur darauf entweder roh und unverarbeitet gegessen zu werden oder in Kuchen und andern Rezepten Unterschlupf zu finden.

Welche Apfelsorte die Beste ist, darüber streiten sich die Geister bis heute und werden es noch in Zukunft tun. Natürlich kommt es bei der Wahl der entsprechenden Sorte auf seine Verwendungsweise an: Tafelobst oder Kochobst? Für Apfelkuchen ist z. B. die Bissfestigkeit des Apfels entscheidend, während es beim Kochen von Apfelmus erwünscht ist, dass der Apfel zerkocht, wodurch ja erst das Mus entsteht.

Es ist nun August/September geworden und die Erntezeit für Äpfel hat angefangen. Wer länger etwas von seinen Äpfeln und deren Geschmack haben möchte, kann leckeres Apfelmus selber kochen. So, wie es auch schon Oma gemacht hat.

Wer Apfelmus wie von Oma machen möchte, braucht viele Äpfel
Wer Apfelmus wie von Oma machen möchte, braucht viele Äpfel

Welche Apfelsorten eignen sich für Apfelmus?

Hier ist entscheidend, dass das Fruchtfleisch locker ist und beim Kochen relativ schnell zerfällt. Apfelsorten, die sich hierfür eignen, sind Braeburn, Berlepsch oder auch Boskoop, Pink Lady und Klaräpfel, welche unteranderem auch ‚Augustäpfel‘ genannt werden, da sie die ersten reifen Äpfel des Jahres sind.

Wo bekomme ich die heiß ersehnten Äpfel her?

Diese Frage erscheint zunächst trivial ist aber berechtigt. Der schnellst mögliche Weg wäre es wahrscheinlich in den Supermarkt um die Ecke zu gehen. Wer einen eigenen Garten besitzt oder auf Familienangehörige zurückgreifen kann, hat es genauso leicht, außer dass er noch selbst an den Baum gehen und pflücken muss.

Wer allerdings in der Stadt wohnt, dem bleibt oft nur der Gang in den Supermarkt. Es gibt aber Alternativen, wie z. B. die Seite www.mundraub.org, bei welcher man sich registrieren kann und deutschlandweit Pflückorte für jegliche Obst- und Gemüsesorten in Karten angezeigt werden.

Eine weitere Seite, die ebenfalls Pflück- und Ernteorte verzeichnet hat, ist www.stadtmachtsatt.de, welche auch die Möglichkeit bietet, eigene Obstbäume zu inserieren, um diese dann gemeinsam mit der Community abzuernten.

Auch Fallobst ist (meistens) essbar

Wer sein Obst selber sammelt bzw. pflückt, sollte in der Nähe des entsprechenden Baumes auch nach Fallobst Ausschau halten. Das ist meistens nämlich noch total in Ordnung und zum Verzehr geeignet. Man sollte allerdings auf faule Stellen achten und das Obst im Fall der Fälle doch lieber liegen lassen. Auch Wespen knabbern gerne an auf dem Boden liegendem Obst – also Augen auf und etwas vorsichtig sein.

Welche Zutaten brauche ich?

Äpfel! Äpfel! Äpfel! Aus einem 10-Liter-Eimer bekommt man nämlich weniger als gedacht an Apfelmus heraus: ca. 4-5 Gläser je 250 ml.

Zudem braucht man noch Zucker, wobei sich die Menge am eigenen Geschmack orientiert. Zucker nimmt hierbei die Funktion ein, nicht nur das Fruchtfleisch schneller zu entwässern, d. h. die Äpfel schneller zerkochen zu lassen, sondern dient auch in gewissem Maße der Geschmacksverstärkung.

Ob hierbei brauner Zucker, weißer Zucker oder Zuckerersatzstoffe wie Stevia, Agavendicksaft oder Honig verwendet werden, bleibt der jeweiligen Ernährungsweise überlassen. Wer ganz auf Zucker verzichten will, kann dies natürlich auch tun.

Bei dem Rezept, welches ich gemäß der eigenen Familientradition verwende, wird noch der Abrieb einer Zitrone sowie der Saft einer Zitrone verwendet. Wem das zu sauer ist und/oder Probleme mit Sodbrennen hat, würde ich davon abraten. Zudem ist es bei der Zugabe von Zitrone empfehlenswert, keine zu saure Apfelsorte zu verwerden.

Was die Zugabe von Gewürzen betrifft, verwende ich noch Zimtstangen, die ich einfach ‚auskochen‘ lasse. Sind Liebhaber von Vanille dabei, so kann natürlich auch eine Vanilleschote, wahlweise auch zwei oder drei, hinzugegeben werden.

Auch Wein oder Rum finden in einigen Rezepten Verwendung. Wer allerdings Kinder hat, sollte darauf verzichten.

Auch Äpfel, die von alleine vom Baum gefallen sind, können eingesammelt werden
Auch Äpfel, die von alleine vom Baum gefallen sind, können eingesammelt werden

Alle Zutaten zusammen – Was nun?

Im ersten Schritt: Äpfel schälen. Das ist langwierig und dauert, aber wer keine ‚Flotte Lotte‘ (eine Art Fleischwolf) hat, der kommt leider nicht drum herum. Anschließend werden die geschälten Äpfel in Stücke geschnitten. Je kleiner die Stücke sind, desto ehr verkochen diese zu einem glatten Mus. Wer noch Stückchen im Apfelmus mag, kann die Stücke etwas größer lassen.

Im Anschluss kommen alle geschälten und gestückelten Äpfel in einen großen Topf, dessen Boden ca. 0,5 cm mit Wasser bedeckt wird. Die entsprechenden Gewürze wie z. B. Zimt und/oder Vanille werden hinzugegeben und die ganze Zeit über mitgekocht. Dann wird alles bei mittlerer Hitze zum Kochen gebracht und gewartet, bis das Mus die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Wichtig: Deckel auf den Topf, damit sich die Flüssigkeit nicht verflüchtigt und nicht vergessen umzurühren!

Der Zucker bzw. Zuckerersatz kann je nach Vorliebe auch schon von Anfang an hinzugegeben werden. Wer unsicher ist, kann nach und nach etwas Zucker etc. hinzugeben, bis die Süße stimmt.

Die Zimtstangen können in das Glas hinzugegeben werden, müssen aber nicht.

Apfelmus haltbar machen

Wer auf einen schnellen Verzehr erpicht ist, kann das Apfelmus einfach heiß in die Gläser abfüllen, bis diese zum Rand voll sind, den Deckel fest zuschrauben und dann das Glas auf den Kopf stellen. Wenn alles abgekühlt ist, ist das Apfelmus ca. 4-6 Wochen im Kühlschrank haltbar.

Länger haltbar gemacht wird das Mus durch das Einkochen. Hierbei werden hitzebeständige Einmachgläser verwendet, welche nach dem Befüllen verschlossen werden und bei 90 Grad Celsius 30 Minuten lang in einem Topf mit Wasser gekocht werden.

Fertig!

Tipp: Besonders lecker schmeckt das Apfelmus übrigens morgens zum Frühstück auf Naturjoghurt mit etwas Müsli. Oder auch ganz traditionell und einfach mit Vanillesoße als Dessert.

Einen guten Appetit wünscht Oma Lindner in Vertretung!

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